In der Tat ist es erstaunlich, was sehr junge Hunde im Kontakt mit anderen meist dürfen. Dies gilt jedoch zu Hause, bei Hunden im selben Haushalt, die an die Welpen gewöhnt wurden.

Kommunikation will gelernt sein – auch von Hunden untereinander.
Hunde kommunizieren über sehr fein abgestimmte, für uns oft kaum oder gar nicht wahrnehmbare Signale miteinander. Ein leichtes Heben oder Senken der Rute, eine veränderte Ohrenstellung, eine leichte Kopfdrehung – für ausgewachsene Tiere ist das alles eindeutig und klar erkennbar, vor allem, wenn sie sich kennen.

Welpen müssen diese differenzierte Körpersprache in ihren Feinheiten erst noch erlernen. Dies geht erstaunlich schnell und Welpen lernen sehr bald, mit entsprechender Körpersprache zu zeigen, sodass sie sehr wohl wissen, dass die anderen zu respektieren sind. Aber sie können es nicht immer sofort.
Da gibt es dann ausgewachsene Hunde, die sehr souverän aufgrund ihres Charakters oder ihrer bisherigen Lebenserfahrung die Kleinen ertragen und sogar anlernen. Dieses Verhalten mag für die meisten Hunde zutreffen, vor allem, wenn sie regelmäßig derartige Kontakte haben. Rüden und auch ältere Hündinnen gehören häufiger zu dieser Kategorie.
Hündinnen, vor allem kurz vor oder während der Hitze, oder auch Junghunde, die zwar äußerlich schon fast ausgewachsen aussehen, aber dennoch selber dabei sind, ihre Position in einem Rudel zu erobern oder zu festigen, reagieren häufiger und viel eher abweisend und auch schon mal grob.

Unliebsame Begegnungen
In der Regel geht dies mit einem kurzen Knurren, Stoßen oder auch folgenlosen Schnappen ab. Welpen können hierauf mit einer Palette an Verhaltensweisen reagieren, die von Abducken über Demutsgebärden bis hin zu lautem, markerschütterndem Geschrei reicht. Wenn sich die Situation dann beruhigt hat, stellt man fest, dass ein Großer nur gewarnt und nicht zugebissen hat.
Da aber nicht alle Hunde ausreichend sozialisiert werden und es auch schlechte Lernerfahrungen und dann andere Reaktionen gibt, kann man sich nicht darauf verlassen, dass Begegnungen zwischen jungen und älteren Hunden immer harmonisch verlaufen.

Was heißt das für erste Begegnungen eines Welpen mit fremden Hunden?
Seien Sie vorsichtig und vor allem aufmerksam. Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine und führen Sie ihn langsam an andere Hunde heran. Erkundigen Sie sich bei den Besitzern der anderen Hunde, wie diese mit Jungtieren umgehen.
Unterbinden Sie stürmische Begrüßungen, und vor allem lassen Sie Ihren jungen Hund nicht bei anderen auf den Widerrist, den Schulterbereich, springen.

Wie und wo kann ein Welpe die „Hundesprache“ am besten lernen?
Besuchen Sie mit Ihrem Hund eine Welpenschule. Dort kann er gemeinsam mit anderen Gleichaltrigen die „Hundesprache“ erlernen. Im günstigsten Fall gibt es dort auch einen erfahrenen, ruhigen älteren Hund, der dieses Lernen deutlich, aber für Ihren Hund unproblematisch, unterstützt.